... neurologischen Erkrankungen:

Ausgelöst werden diese z.B. durch Erkrankungen des Gehirns, Schlaganfall oder Tumore.
Je nach Schwere der Störung erfolgen Übungen zur Sprachanbahnung, zum Verständnis von Sprache, zur angemessenen Verwendung der Sprache, zur Sprachproduktion, zum Lesen und Schreiben. Die betroffenen Menschen sollen mit den neu erworbenen Fähigkeiten die Aufgaben des Alltags besser bewältigen lernen, sich und ihre Möglichkeiten wieder als erfolgreich erleben. Die psychologische Unterstützung der Betroffenen und deren Angehörigen nimmt dabei entscheidenden Raum ein. Menschen, die verbale Sprache nicht (wieder) erwerben können, werden im Sinne der sensomotorischen Kooperation in der ihnen eigenen Mitteilungsfähigkeit begleitet, nonverbale Verständigungscodes werden individuell entwickelt.
Da häufig auch Angehörige Interesse an der Förderung der betroffenen Familienmitglieder haben, bieten wir Kurse an, um Ideen der Förderung zu vermitteln und gleichzeitig Möglichkeiten des Austauschs zu schaffen.




... Stimmstörungen

Menschen mit organisch oder funktional bedingten Stimmstörungen lernen eine genaue Beobachtung ihrer Stimmnutzung sowie die genaue Wahrnehmung unterschiedlichen Stimmgebrauchs. Sie finden durch Körper-, Haltungs-, Entspannungs-, Atem- und Stimmübungen zu einer ausgewogeneren Stimmnutzung, die ihrer Persönlichkeit und Beanspruchung gemäß, eben stimmig erscheint. Auch diese Arbeit schließt die Suche nach individuellen Fähigkeiten mit ein, die Veränderungen ermöglichen und Unterschiede wahrnehmbar werden lassen.




... mit Sprechunflüssigkeiten (Stottern / überhastetes Sprechtempo)

Sprechunflüssigkeiten treten im Kindes,- Jugend- und Erwachsenenalter aus unterschiedlichsten Gründen und in unterschiedlichster Weise auf. So müssen auch die Therapieinhalte und -ziele vielfältig und individuell abgestimmt sein. Elternberatung im Umgang mit ihren betroffenen Kindern kann angezeigt sein. Ebenso geht es in der Therapie darum, den Blick auf individuelle Fähigkeiten der Menschen zu richten, und sich diese bewusst zu machen. Es geht neben psychotherapeutischen Elementen aber auch um den Erwerb spezieller Entspannungs- oder Atemtechniken und Sprechrhythmusübungen, um Kommunikationssituationen möglichst angenehm erleben zu können. In Beratungsgesprächen werden Situationen betrachtet, in denen die Betroffenen nicht stottern. Die vorhandenen Fähigkeiten werden im Sinne von Wegweisern bewusst gemacht und auf andere Momente übertragen. Nach Möglichkeit stehen Gruppenangebote für Angehörigen und / oder betroffenen Menschen zur Verfügung, um mit anderen und auch aus der Erfahrung anderer lernen zu können.




... "Mutismus", d.h. Menschen, die unter bestimmten Bedingungen nicht sprechen

In enger Zusammenarbeit mit dem sozialen Umfeld der Betroffenen geschieht eine Analyse der förderlichen und hinderlichen Faktoren für verbale und nicht verbale Kommunikation sowie eine genaue Betrachtung der je individuellen nichtverbalen Kommunikationsform und Kontaktaufnahmemöglichkeiten. Sprachtherapie bedeutet hier in einen Austausch zu treten, und ein Verstehen auch ohne oder mit wenigen Worten wertzuschätzen und zu ermöglichen. Es geht darum, Bedingungen zu schaffen, in denen das Schweigen überwunden werden kann, indem das Schweigen akzeptiert wird. Diese Voraussetzung ist dann meist der Einstig in die Verbalsprache. Dazu ist intensive Aufklärung und Unterstützung der Mitbetroffenen, auch in Form begleitender Familien- oder Erziehungsberatung nötig. Das Vereinbaren gemeinsamer realistischer Therapieziele gehört zu einer zentralen Aufgabe in der Arbeit mit Menschen, die (manchmal) nicht sprechen und mit deren Angehörigen.




... Problemen in der Sprachentwicklung

oder in einzelnen sprachlichen Bereichen wie der Lautbildung und Lautdifferenzierung, dem Gebrauch einer regelgerechten Grammatik oder dem Wortschatz oder auch dem Gebrauch der Sprach (der bezogenen Kommunikation). Je nach Entwicklungsstand und Problemlage werden Rollenspiele, Bewegungsspiele, Konstruktionsspiele, Gesellschaftsspiele, Bastel- und Mal- oder Handwerkangebote genutzt, um die Lautbildung zu differenzieren, die Wichtigkeit der Lautdifferenzierung zu erfahren, grammatische Strukturen zu erwerben oder zu verändern, Wörter voneinander zu unterscheiden und sich mit den neu erworbenen Fähigkeiten als viel handlungsfähiger zu erleben. Die unterstützende Mitarbeit der Eltern, Angehörigen, der ErzieherInnen im Kindergarten, der LehrerInnen, ist dabei von Wichtigkeit. Der Therapieprozesse beinhaltet eine Orientierung am Alltag der Kinder und wirkt durch Beratung in das alltägliche Umfeld ein. Korrekturmaßnahmen werden abgestimmt, um zu gewährleisten, dass sich das Kind in dem ständig ungewissen Prozess des Lernens und der Veränderung sicher aufgehoben fühlen kann. Die Stärkung des Selbstbewusstseins, des positiven Gefühls für die eigenen Fähigkeiten, steht als maßgebliche Grundlage für einen effektiven Lernprozess im Vordergrund. Im Rahmen der Sprachanbahnung wird in der Sprachtherapie Entwicklungsbegleitung als Prozess verstanden, in dem die Voraussetzung für die Produktion und Verwendung von Sprache entstehen kann. Schritt für Schritt dürfen die Kinder entdecken, was es heißt, dass Wörter für etwas stehen, was es bedeutet, etwas zu benennen und die bestehenden Dialogformen auszubauen. Auch die erlernen den Umgang mit dem Kind bewusst zu gestalten und wichtige Voraussetzungen für einen gelungenen Dialog mit dem Kind zu schaffen. Dies geschieht auch in Kursen mit anderen betroffenen Eltern gemeinsam.




... Problemen der Mundmotorik beim Schlucken, Kauen, Essen, Trinken, Zungenvorverlagerung:

Je nach Gesundheitszustand, Entwicklungsstand und Interessen der Person werden Spiele, Übungen, Massagen angeboten, die die Beweglichkeit von Gesichtsmuskulatur, Lippen und Zunge verändern und das Zusammenspiel erleichtern. Der Mundraum wird erkundet, die Möglichkeiten der Gestaltung werden erprobt und in den Alltag übertragen.
Das Ergebnis kann vielseitig sein: Kiefer-, Kopf- und Gesichtsschmerzen werden gelindert, Laute können deutlicher produziert werden, die Sprache wird verständlicher, Schlucken, Nahrungsaufnahme wird möglich, die Kiefer- und Zahnstellung verändert sich.




... Lippen - Kiefer- Gaumenspalten:

Bereits direkt nach der Geburt werden mit den Eltern und oftmals einer Frühförderin und Hebamme Möglichkeiten gesucht, das Saugen des Kindes zu stärken, die Nahrungsaufnahme möglichst natürlich zu gestalten, über Hilfsmittel zu beraten. Je nach Entwicklungsstand des Kindes begleitet die Sprachtherapie die Nahrungsaufnahme, das Saugen und Nuckeln, den Spracherwerbsprozess die Lautproduktion, die Ausgewogenheit von Mund- und Nasenatmung. Die Stärkung von Eltern und Kindern in Phasen von Krankenhausaufenthalten, vor- bzw. nach den Operationen durch Aufklärung und Beratung gehören in der Zusammenarbeit dazu.




... auditiven Wahrnehmungs- und -verarbeitungsproblemen / (Förderung der metasprachlichen Kompetenzen)

Menschen die sich in einem sprachtherapeutischen Prozess befinden, lernen Unterschiede der gesprochenen Sprache zu erkennen. Die Förderung betrifft einerseits eine Schulung des Gehörs und andererseits die Verarbeitung des Gehörten. So werden Geräusche und Rhythmen angeboten, Lauschspiele und Geräuschimitationen vorgenommen. Laute werden herausgehört, lokalisiert. Sprachspiele, Reime, Unsinnwörter, Silbenhüpfen, und das Merken von Reihenfolgen sind genauso wichtige Voraussetzungen wie das Verbinden von Lauten und Wörter. Besonders Kinder mit Hörproblemen bis hin zur Schwerhörigkeit aber auch Kinder deren Aufmerksamkeit und Konzentration geschult werden muss, bedürfen oft derartiger Förderung. Die Schulung des Gehörs und vor allem der Wahrnehmungsverarbeitung des Gehörten bilden wichtige Voraussetzungen für die gesprochene und für den Schriftspracherwerb. Wir begleiten in dieser Arbeit auch Kindergärten bei der Durchführung spezieller Trainingsprogramme (Würzburger Trainingsprogramm) und bieten für Vorschulkinder Kurse zur Weiterentwicklung dieser Fähigkeiten an.




... Problemen aufgrund von Zweisprachigkeit oder Zweitsprachigkeit

Menschen, die zwei Sprachen sprechen, haben denen mit einer Sprache grundsätzlich etwas voraus. Diese Fähigkeit gilt es im therapeutischen Prozess zu würdigen, zu stärken und auf ihr aufzubauen, um entstandene Probleme bewältigen zu können. Aufbauend auf der zweisprachigen Kompetenz, kann über Sprache, ihren Einsatz, ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten nachgedacht werden. Diesen bewussten Umgang mit Sprache gilt es zu fördern, beide Sprachen müssen als sinnvoll zur Verwirklichung von Zielen erkannt werden und im Zusammenhang der jeweiligen Kultur gewürdigt werden. Gleichzeitig wird der Erwerb der Deutschen Sprache im therapeutischen Prozess fachkundig begleitet, indem genaue Sprachanalysen Aufschluss über den Erkenntnisstand geben und daran anknüpfend Therapiepläne aufgebaut werden.




... Lese + Rechtschreibproblemen

Gesprochene und geschriebene Sprache hängen unmittelbar miteinander zusammen. Auf der Grundlage einer umfassenden Diagnostik unterstützt die Sprachtherapie den Einblick in Zusammenhänge der Systeme, fördert die auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsfähigkeit, schult den Blick und das Gehör für Unterschiede, die von Bedeutung sind.
Gerade auch in dieser Arbeit geht es darum, Bedingungen zu gestalten, die eine Weiterentwicklung ermöglichen. Das bedeutet, den Leistungsdruck zu nehmen, kleinste Erfolge zu bemerken, das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten (wieder) zu erlangen und die Förderinhalte auf sinnvolle Ziele auszurichten, so dass möglichst bald auch Erfolge im schulischen Kontext sichtbar werden. Manchmal bieten sich für diese Arbeit Gruppensituationen an, um gemeinsam mit Spaß die Fähigkeiten zu erweitern.




... Sprachtherapie in päd. Einrichtungen

Kinder mit besonderem Förderbedarf, die Integrationseinrichtungen besuchen, können dort auch sprachtherapeutisch gefördert werden. Die Durchführung der Therapie ist an therapiegeeignete Räumlichkeiten gebunden, in denen mit Kindern in einer Einzelsituation gearbeitet werden kann. Die intensive Zusammenarbeit mit den pädagogischen Fachkräften der Einrichtung und den anderen Therapeuten erfolgt über regelmäßige Teamsitzungen mit dem Ziel die Inhalte der jeweiligen Arbeit miteinander zu koordinieren. Die Inhalte der Sprachtherapie werden in Kleingruppen oder Stuhlkreisen auch den anderen Kindern der Gruppe mitgeteilt, so dass sie im Sinne der Integration auch daran teilhaben können und Angebote miterleben. Gleichzeitig bezieht das therapeutische Angebot Themen, Interessen des Gruppenalltags mit ein, um möglichst gute Transfermöglichkeiten der therapeutischen Inhalte zu schaffen.